Mediation

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Die fünf Freiheiten (Virginia Satir)

Dessauer Friedensglocke

Die Friedensglocke von Dessau

Inschrift: Ich läute für Frieden und Freiheit + Ohne Freiheit kein Frieden + Ohne Frieden keine Freiheit

Die 5 Freiheiten


Die Freiheit zu sehen und zu hören was ist,
anstatt zu sehen und zu hören, was sein sollte
oder einmal sein wird.

Die Freiheit zu sagen, was du fühlst und denkst,
anstatt zu sagen, was du darüber sagen solltest.

Die Freiheit zu fühlen, was du fühlst,
anstatt zu fühlen, was du fühlen solltest.

Die Freiheit um das zu bitten, was du möchtest,
anstatt immer auf die Erlaubnis dazu zu warten.

Die Freiheit zu wagen, was dich reizt,
anstatt immer nur „Sicherheit“ zu wählen
und „das Boot nicht zum kentern zu bringen“.
(Virginia Satir)

3 Kommentare

  1. Hallo Milan,

    ja, stimmt, ich habe überwiegend Klientinnen.

    Und ich denke auch, dass i. d. R. Männer und Frauen einen anderen Zugang zu den Gefühlen finden.
    Danke diesbezüglich für deine Offenheit.

    Lieben Gruß
    Swantje

  2. Liebe Swantje,

    danke für Deine Gedanken. Vielleicht hat Virginia Satir die Aufzählung gar nicht chronologisch gemeint?

    Aber die Überlegung finde ich interessant: Gibt es eine schlüssige Reihenfolge?

    Eine Idee/Frage, die ich dazu hätte: Sind Deine/Ihre Klienten vielleicht überwiegend Klientinnen?
    Könnte es sein, dass diese Reihenfolge bei den Geschlechtern schwerpunktmäßig unterschiedlich ist?

    Ich als Mann kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es für mich ein langer Weg war, meine Gefühlen anzuerkennen (”Der Indianer kennt keinen Schmerz!”), ihnen wieder zu trauen und noch länger hat es gedauert, mir zu erlauben, Entscheidungen auf der Grundlage von Gefühlen zu treffen, ohne sie rational begründen zu können.

    So gesehen kann “die Freiheit zu fühlen, was man fühlt” ganz schön heikel sein, vor allem wenn man erkennt, wie lange man diese Freiheit ignoriert hat. Man ist geneigt, die Gefühle kleinzureden, wenn deutlich wird, welch eine Diskrepanz zwischen fühlen und handeln besteht.

    Für mich war es tatsächlich eine der späteren Errungenschaften in der Therapie, mir ehrlich die Freiheit zu nehmen, zu fühlen was ich fühle.

    Herzlichen Gruß,
    milan

  3. ich frage mich immer wieder, wie es zu der Reihenfolge der Freiheiten gekommen ist.

    In meiner Beratung beobachte ich, dass meine Klienten für sich die Freiheiten am leichtesten in folgender Reihenfolge für sich entdecken:

    Zuerst kommt die Freiheit, zu fühlen, was man fühlt.
    Danach kommt die Freiheit zu sehen und zu hören…
    Dann die Freiheit zu sagen was man fühlt und denkt…
    Anschließend die Freiheit zu bitten, was man möchte…

    Diese Freiheiten schaffen dann den Mut für die 5. Freiheit zu wagen, was einen reizt…

    Swantje