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Viktor Frankls Freiheit

| 2 Kommentare

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Viktor Emil Frankl (* 26. März 1905) begründete die Logotherapie und Existenzanalyse.

Auch in der Bücherliste:
Frankl, Viktor E.: Es kommt der Tag, da bist du frei – Unveröffentlichte Texte und Reden
Frankl, Viktor E.: Trotzdem Ja zum Leben sagen
Frankl, Viktor E.: Ärztliche Seelsorge – Grundlagen der Logotherapie
Patsch, Inge & Schmidt, Sebastian: Mehr als glücklich – Den Sinn des Lebens entdecken mit Viktor E. Frankl
Schechner, Johanna & Zurner, Heidemarie    Krisen bewältigen – Victor Frankls 10 Thesen in der Praxis

Siehe auch Beitrag: Innere Freiheit

2 Kommentare

  1. Ich habe einiges über Frankl und sein Leben gelesen und nach allem, was er durchgemacht hat, habe ich große Hochachtung, wenn er dies so sagen kann. Mir mutet es fast unmenschlich an.
    Auch frage ich mich, ob dieses Beispiel nicht dazu beiträgt, den Opfern auch noch die Verantwortung für ihr Leid zu geben. Ich bin aus einer früheren Stelle systematisch rausgemobbt worden, brauchte Monate an professioneller Unterstützung und glaube nicht, dass es ein Fehler war, dass ich vors Arbeitgericht gezogen bin, wo ich auch Recht bekommen habe. Ich hatte Glück, dass es schriftliches Material gab, mit dem ich nachweisen konnte, dass sowohl Kollegen als auch die Leitung einseitig und unter Verletzung von Vorschriften Maßnahmen unternommen haben, die mich psychisch fertig machen sollten. Wie viele andere Menschen haben leider nichts in der Hand und gehen an solchen Situationen zugrunde?
    Wollen wir wirklich sagen, dass sie es selbst Schuld sind, wenn sie mit Mobbing und Hetze nicht fertig werden? Psychische Beeinträchtigung durch Mobbing ist kein Zeichen individueller Schwäche, sondern ein soziales Problem und das sollte auch auf dieser Ebene angegangen werden. Wie andere gesellschaftspolitische Themen auch. Den Opfern hier die Verantwortung zuzuschieben kann nicht die Lösung sein.

    • Hallo,
      danke für den Kommentar.
      Ich verstehe Frankl nicht so, dass es ihm darum geht, wer „Schuld“ hat. Ich glaube, das wäre das Letzte, was er – selber ein Opfer des Naziregimes – ausdrücken wollte. Ich deute seine Aussage so, dass wir, egal wie die äußere Situation gestaltet wird, immer noch – zumindest potentiell – eine innere Freiheit besitzen und Handlungsspielräume haben. Wir können uns als handelnde Subjekte verstehen, auch wenn andere uns zu Objekten ihres Handelns machen möchten.
      Ich lese auch kein Postulat heraus, dass wir das alle so machen sollen. Auch kein Urteil über Menschen, die es anders machen. Für mich formuliert Frankl eine Möglichkeit. Von dieser Möglichkeit können wir Gebrauch machen, wenn wir das für ratsam oder dienlich halten. (Oder wir können zumindest lernen, uns diesen Möglichkeitsraum zu eröffnen.)
      Aber es stimmt – auch damit liegt wieder eine Entscheidung bei uns und die Eigenverantwortung, wie auch immer wir uns in dieser Situation entscheiden. Sartre hat es sehr pointiert ausgedrückt: „Wir sind zur Freiheit verdammt.“ Diese Freiheit gehört für ihn zum Menschsein und begründet die Würde des Menschen.

      Wenn du wählen könntest: in einer Welt zu leben, in der wir die von Frankl betonte Freiheit haben oder in einer Welt, in der wir diese Freiheit nicht haben – für welche Welt würdest du dich entscheiden?

      Deine Antwort würde mich interessieren.
      Herzliche Grüße
      milan

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