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Archiv der Kategorie Fragen
Fragen stellen
16.7.2009 von milan.

Der Nobelpreisträger Isidor Isaac Rabi schrieb einmal:
“Meine Mutter machte mich unbeabsichtigt zum Wissenschaftler. Jede andere jüdische Mutter in Brooklyn fragte ihr Kind nach der Schule: ‚So? Hast du heute etwas gelernt?’ - Aber nicht meine Mutter. ‚Izzy,’ sagte sie, ‚hast du heute eine gute Frage gestellt?’
Dieser Unterschied - gute Fragen zu stellen - machte mich zum Wissenschaftler.”
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Frage: Was braucht es für die Anerkennung als MediatorIn beim BM?
19.10.2007 von milan.
Die Grundlagen für die Anerkennung als MediatorIn BM sind auf der Webseite des Bundesverbandes Mediation recht gut dokumentiert. Dort finden sich auch die folgenden Dokumente zum Download:Standards und Ausbildungsrichtlinien (349 KB)
Antrag auf Anerkennung (46 KB)
Checkliste für den Antrag (46 KB)
Leitfaden für die Dokumentation einer Mediation (57 KB)
Tipps zum Ausfüllen (213 KB)
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Frage: “Muss man sich (immer) an das Phasenmodell halten?”
16.10.2007 von milan.
“Manchmal finde ich es anstrengend oder sogar stressig, mich in der Mediation an das Phasenmodell zu halten. Muss man sich immer daran halten?”
Bevor ich darauf antworte, hier eine kleine Geschichte:
Über die Kunst des Loslassens zur rechten Zeit
Karl Wallenda war der Patriarch der “Fliegenden Wallendas”, einer der bemerkenswertesten Hochseilartisten in der Zirkusgeschichte. Der Höhepunkt ihrer Vorstellung war eine dreistöckige Sieben-Personen-Pyramide, in der sich die Truppe auf Seilen hoch über der Manege die Gesamtlänge des Zirkuszelts entlangbewegte. Da sie wie immer ohne Netz arbeiteten, war diese Nummer wirklich todesmutig. …
1978, im Alter von 73 Jahren war Karl die Attraktion eines Karnevals in San Juan in Puerto Rico. Dort sollte er neunzig Meter über ein Seil in Höhe des zehnten Stockwerks gehen. Anfangs ging er sicher, in den Händen die fast fünf Meter lange Balancierstange, mit der Hochseiltänzer das Gleichgewicht halten. Als er das Seil etwa zur Hälfte überquert hatte, packte ihn ein plötzlicher Windstoß. Er fiel nach vorne und versuchte das Hilfsseil zu fassen, das zu dem Seil, auf dem er stand parallel verlief, aber er konnte keinen festen Halt daran finden. Er konnte nicht richtig zupacken, weil er noch die Balancierstange in der Hand hatte. Diese Stange, die ihm so oft das Leben gerettet hatte, kostete ihn jetzt das Leben. Er stürzte auf die Straße und verletzte sich tödlich - und während des ganzen entsetzlichen Sturzes in die Tiefe umklammerte er immer noch die Stange.
Nun zu der Frage:
Ich erlebe das Phasenmodell in der Mediation als äußerst hilfreich. Es gibt Struktur und Orientierung - sowohl den Konfliktparteien, als auch den MediatorInnen. Es ist ein Hilfsmittel - ein “Mittel zum Zweck”. Der “Zweck”, d.h. das Ziel der Mediation, ist es, zu einer praktikablen Lösung zu kommen, die die wesentlichen Bedürfnisse aller Konfliktparteien befriedigt und die diese gewillt sind, umzusetzen. Und wenn dieses “Hilfsmittel” seinen Zweck nicht (mehr) erfüllt, ist es gut, es los zu lassen - so wie die Balancierstange …
ABER - ich möchte unsere Trainees und andere, die sich in der Mediation üben wollen, ermuntern, das Hilfsmittel nicht zu früh loszulassen. Manche Unsicherheit oder Angestrengtheit kommt nicht daher, dass es nicht das richtige Instrument ist, sondern, dass es uns noch fremd ist und wir in der Handhabung noch nicht geübt genug sind.
Die spontane und intuitive Wahl von Methoden, Interventionen und “Hilfsmitteln” wird dann zur Kunst, wenn wir die Instrumente als solche gut und sicher handhaben können. Solange dies nicht der Fall ist, geht es - auch - darum, Situationen zu nutzen, um den Einsatz und die Handhabung dieser Methoden zu trainieren.
Wie sehen das andere? Ich bin gespannt auf eure Kommentare …
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Frage: “Ab wann darf ich mich MediatorIn nennen?”
6.10.2007 von milan.
Der Titel “Mediator” oder “Mediatorin” ist rechtlich (noch) nicht geschützt. Auch ohne jegliche Ausbildung kann sich fast jeder ein Schild an die Türe hängen und “MediatorIn” darauf schreiben. Auch die Ausübung der Mediation ist in Deutschland bisher (noch) nicht gesetzlich geregelt.
Die Ausnahme sind Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, die - soviel ich weiss - gemäß ihrer Berufsordnung (§ 7 a BORA) eine (mind. 80-stündige?) Ausbildung absolviert haben müssen, bevor sie sich MediatorIn nennen dürfen. (Falls ich da falsch liege, wäre ich für eine Korrektur dankbar.)
Bezüglich der “Führung der Bezeichnung ‘Mediator’ auf dem Briefkopf/Briefbogen” bei AnwältInnen gibt es einen Beschluss des Bundesgerichtshof vom Juli 2002, der auf den Seiten der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation dokumentiert ist. (Direkt Link)
Interessant und wichtig für ‘Nicht-Rechtsanwälte’ ist darin besonders der Satz “Die Mediation ist kein Rechtsgebiet, sondern eine alternative Methode der Konfliktlösung”. Ich finde diese höchstrichterliche Feststellung sichert uns ganz gut ab bzgl. möglicher Vorhaltungen, wir - die Nicht-Anwälte - würden mit der Mediation unerlaubte “Erledigung von Rechtsgeschäften” tätigen bzw. eine unerlaubte Rechtsberatung durchführen. Diese Sichtweise wird u.a. von anwaltlichen MediatorInnen vertreten, die gerne die Ausübung der Mediation für sich reklamieren würden.
Ob wir eine gesetzliche Regelung für die Mediation brauchen, darüber kann man geteilter Meinung sein. Sehr wahrscheinlich wird sie in den nächsten Jahren kommen. In Österreich ist die Mediation z.B. schon gesetzlich geregelt (s. Mediationsgesetz Österreich)
Bis dahin werden sich die meisten Interessierten auch an den Qualitätsstandards der verschiedenen Fachverbände orientieren. Diese regeln bisher lediglich, wann man sich MediatorIn mit dem entsprechenden Kürzel des Verbandes - z.B. Mediator (BM) - nennen darf. Dafür gibt es verbindliche Ausbildungsordnungen (s. Ausbildungsstandard des Bundesverbandes Mediation) und entsprechende Anerkennungskommissionen.
–
Mich würde an dieser Stelle Erfahrungen von MediatorInnen interessieren, ob und in wie weit ihre “Kundschaft” bzw. ihr Klientel sich an diesen Qualitätsmerkmalen orientiert.
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Frage: “Inwieweit verändert die Mediationsausbildung unser persönliches Konfliktverhalten?”
3.9.2007 von milan.
Manche Menschen denken vielleicht, dass MediatorInnen keine Konflikte mehr haben. Oder zumindest weniger Konflikte. Ich kann mir vorstellen, dass sogar das Gegenteil der Fall sein könnte. Vielleicht weil Mediatorinnen nicht (mehr?) so viel Angst vor Konflikten haben und sich eher dran trauen. Und sich vielleicht auch mit mehr Zuversicht in Konflikte begeben, weil sie immer wieder die Erfahrung gemacht haben, dass sich Konflikte überraschend oft gut lösen lassen, wenn man sich ihnen bewusst widmet und konstruktiv mit ihnen umgeht.
Ich denke, MediatorInnen habe ein größeres Repertoire bezüglich eines konstruktiven Umgangs mit Konflikten, sind in wichtigen Methoden geschult, z.B. dem aktiven Zuhören und dem Perspektivenwechsel, ABER ob sie, wenn sie selbst Konfliktpartei sind, davon auch Gebrauch machen können, das ist noch die Frage. Allerdings wissen sie dann um eine gute Methode der Konfliktregelung - nämlich die Mediation. Ich würde weder von mir, noch von anderen MediatorInnen erwarten, dass wir - wenn wir selbst Konfliktpartei sind - genau so mediativ mit Konflikten umgehen, wie wir das als MediatorInnen gelernt und auch (oft) parat haben. Aber auch meinen eigenen Konflikten liegt die Prämisse zugrunde, dass Konflikte gut gelöst sind, wenn beide Parteien zufrieden sind. Und wenn ich das nicht leisten kann - oder nicht leisten will! -, dann tue ich gut daran, mir eine dritte, neutrale Partei dazu zu holen, die diese Aufgabe übernimmt. Dann kann ich mich voll auf meine Rolle als Konfliktpartei konzentrieren.
Ich begrüße es sehr, dass der BM in seinen Anerkennungsrichtlinien für angehende MediatorInnen seit einiger Zeit die Empfehlung aufgenommen hat, dass die AntragstellerInnen an mindestens einer Mediation als MediandInnen teilgenommen haben sollen. Wer, wenn nicht wir, sollte wissen, dass die Mediation ein hilfreiches Instrument ist?!
Aber wie sehen das meine Kollegen und Kolleginnen? Wie sehen das unsere ehemaligen Trainees? Was hat sich bei euch durch die Mediationsausbildung verändert?
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Fragen-Überblick
1.1.2000 von milan.
Hier findet sich ein Überblick über die Fragen, die im Laufe der Zeit im blog behandelt oder neu gestellt werden. Es sind Fragen, die auf unseren Informationsveranstaltungen zur Mediation oder im Rahmen unserer Ausbildungen (z.T. immer wieder) gestellt werden.
Da ich davon ausgehe, dass an diesem Bereich Interessierte nicht nur aktuelle Beiträge lesen, sondern auch hier in älteren Beiträgen stöbern, sind Kommentare auch zu älternen Fragen sicher sinnvoll und gerne gesehen. Sollten sich daran neue Diskussionen entzünden, werde ich vielleicht auch die eine oder andere Frage nochmal aktuell plazieren.
Fragen schon im blog:
- Was braucht es für die Anerkennung als MediatorIn beim BM?
- Muss man sich immer an das Phasenmodell halten?
- Ab wann darf ich mich MediatorIn nennen?
- Inwieweit verändert die Ausbildung unser persönliches Konfliktverhalten?
Einige Fragen, die noch in der Warteschleife sind …
- Geht Mediation auch mit nur einer Partei?
- Was kann ich tun, wenn ich zu einem Konflikt dazu gerufen werde und die KPs den Konflikt leugnen?
- Welche konkreten Regeln sollen in der Einleitungsphase festgelegt werden?
- Wie lange dauert die Vertiefungsphase, wann kann man zur Lösungsphase übergehen?
- Was tue ich, wenn eine Vereinbarung ungerecht ist, bzw. eine KP konkret benachteiligt wird?
- Gibt es spezifische Literatur zu den einzelnen Phasen?
- Wann ist der Perspektivenwechsel “dran” und wie leite ich ihn relativ schnell ein? (Damit das Gegenüber nicht blockiert)
- Was tue ich bei einem starten Machtungleichgewicht? Gibt es da gute Methoden/Techniken?
- Wie lange dauert die Ausbildung zum Mediator bzw. zur Mediatorin?
- Wie kann ich die Allparteilichkeit trainieren?
- Macht Mediation nur Sinn, wenn die KPs danach noch etwas miteinander zu tun haben?
- Nachhaltigkeit der Mediation? Langfristige Erfolge? Gibt es Erfahrungen?
- Kann Mediation auch Schaden anrichten? Erfahrungen?
- Wie grenzt sich Mediation zur Therapie ab?
- Wie verhalte ich mich, wenn eine Partei den Konflikt nicht lösen will?
Fragen aus dieser Liste werde ich aktuell im blog plazieren, sobald ich dazu komme, eine Antwort zu schreiben ODER sobald es einen ersten (Fremd-)Kommentar gibt. In diesem Sinne darf sich jedeR eingeladen fühlen, zu den folgenden Fragen Beiträge zu verfassen.
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