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Archiv der Kategorie Gedanken

Jenseits von Richtig und Falsch

“Jenseits der Vorstellung von Falsch und Richtig gibt es einen Raum.
Dort werde ich dich treffen.”

Rumi (Islamischer Mystiker und Dichter)

Ich habe die Vorstellung und Hoffnung, dass wir in der Mediation diesen Raum errichten. Und indem wir in unseren Mediationen diesen Raum errichten und mit den Menschen, mit denen wir dort arbeiten, beleben, erschaffen wir diesen “Raum” auch inmitten unserer Gesellschaft. Noch ist dieser “Raum” wohl eher ein kleines Kämmerchen, aber vielleicht wird er einmal zu unserem Hauptwohn- und Lebensraum werden.

Den Stier bei den Hörnern packen …

 

“Den Stier bei den Hörnern packen - er ist blind, hungrig und dankbar.”

Diesen Satz fand ich in einer Seminarausschreibung von Christoph Thoman zum Thema Vergangenheitsbewältigung oder Zukunftsorientierung in der Mediation. (Das Seminar ist leider schon gelaufen.)

Er führt diese Metapher noch weiter aus:
“Den Stier bei den Hörnern packen - er ist blind, hungrig und dankbar! Er ist blind (in den Emotionen verloren und orientierungsbedürftig), hungert danach gesehen zu werden - und dankt es sofort: Er wird zahm und setzt seine Kraft zum Konstruktiven ein.”

Mir hat diese Metapher zur Arbeit mit Gefühlen in der Mediation gut gefallen, da sie sowohl die Gefährlichkeit und Brisanz der Gefühle würdigt, als auch voller Zuversicht ist hinsichtlich des Wandels, den wir bei den Gefühlen initiieren und begleiten können. Wer Christoph Thomann schon einmal in einem Workshop oder in einer Mediation erleben durfte, weiß um die Klarheit und die Eleganz mit der er in der Klärungshilfe mit den Gefühlen arbeitet.

Gefühle sind bei der Entstehung von Konflikten wesentlich beteiligt, daher spielen sie auch bei der Bearbeitung der Konflikte eine wichtige Rolle. Wir lernen in der Schule lesen, schreiben, rechnen und einiges mehr. Den bewussten, gestaltenden Umgang mit Gefühlen - unseren und denen unserer Mitmenschen - lernen wir leider viel zu wenig. Daher kann es auch passieren, dass der Stier uns gelegentlich auf die Hörner nimmt.

Damit diese Dynmiken in der Mediation nicht dem Zufall überlassen werden, ist das Thema “Umgang mit Gefühlen” ein wichtiger Bestandteil unserer Trainings.

Immer schön die Ruhe bewahren …

Wenn Du Dir Deiner Sache sicher bist,
kannst Du es Dir leisten, die Ruhe zu bewahren.

Wenn Du Dir unsicher bist,
kannst Du es Dir nicht leisten, sie zu verlieren.

 

(Leicht verändert aus dieser Quelle)

Das “wirkliche” Leben

Gedanken

Gefunden in einer Rezension über den Film “Zusammen ist man weniger allein”:

“Der kalte Winter führt sie zusammen: die begabte Zeichnerin Camille, die sich dem wirklichen Leben verweigert, …”

Nun frage ich mich: Was ist das “wirkliche” Leben? Und wie unterscheidet es sich vom “unwirklichen” Leben? Wer darf bestimmen, welches Leben das “wirkliche” ist?

Gibt es überhaupt ein “unwirkliches” Leben?

Ich denke, als MediatorInnen - zumindest die mit konstruktivistischem Hintergrund - sollte uns eine derartige Unterscheidung doch etwas seltsam anmuten.

Und was denkt ihr?

Ich frage euch da draußen, die in der “wirklichen” Welt. Würde mich - hier in meinem kleinen virtuellen Konstrukt - wirklich interessieren ;-)

P.S.: Hat den jemand den Film schon gesehen? Lohnt er sich? Einen anderen Film mit Audrey Tautou - Wahnsinnig verliebt - zeigen wir gerne schon mal in unseren Medi-Ausbildungen. Er bietet eine wunderbare Gelegenheit zum Üben des Perspektivenwechsels.

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