Mediation

Informationen, Fragen und Aktuelles zum Thema Mediation und Ausbildung von MediatorInnen

25. April 2018
von milan
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Wahrheit


Wahrheit

Eines Tages ging der Priester des Dorfes zu Caruna, der Verrückten, um ihr ins Gewissen zu reden. Er hatte beobachtet, dass sie den Menschen, die manchmal bei ihr saßen, auch christliche Geschichten erzählte, jedoch nicht so wie seine Kirche sie lehrte, sondern in ihrer eigenen Art.
“Wenn du schon über die Bibel redest, musst du den Leuten sagen, dass es nur deine persönlichen Ideen sind.”
Caruna blickte ihn voller Unverständnis an. Der Priester versuchte zu erklären:
“Caruna, ich weiß, dass du es gut meinst. Aber dir ist doch schon klar, dass du nur eine eigene begrenzte Sicht von Gott hast und ihn nicht wirklich verstehst?!”
“Aber ja”, sagte sie leicht verwundert.
“Dann solltest du das den Menschen auch sagen. Sie glauben sonst, dass das, was du ihnen erzählst, wahr sei.”
Ein Lächeln huschte über Carunas Gesicht. Und dann konnte sie nicht anders, sie lachte lauthals los.
Sie lacht immer noch, als der Priester kopfschüttelnd aufstand und von dannen zog.

(Cora Rae: Geschichten von Caruna)

15. April 2018
von milan
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Erfolg führt zur Zufriedenheit“ oder „Zufriedenheit führt zum Erfolg“ ?

Shawn Achor, Autor des Buches ‚The Happiness Advantage‘ stellt die herkömmliche Meinung auf den Kopf: Nicht Erfolg führt zum Glücklichsein, sondern Glücklichsein fördert den Erfolg. Aber wie schaffen wir es, uns von äußeren Umständen unabhängiger zu machen? Dazu gibt er am Ende seines witzig-spritzigen Vortrags ein paar Tipps, die sich aus der umfassenden Forschung zur Positiven Psychologie ergeben.

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15. März 2018
von milan
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Wirkmacht und Wirkfaktoren

Viele Konfliktparteien wünschen sich spontan eine Veränderung im Außen: Änderung der Umstände oder Änderung im Verhalten der anderen Partei.

Was dabei oft zu wenig gesehen wird, ist, dass sie sich damit zunehmend von den äußeren Umständen abhängig machen. Konflikte bieten auch immer Lern- und Entwicklungschancen.

Der transformative Ansatz der Mediation würdigt diesen Aspekt explizit und steht daher schnellen Lösungen, die vielleicht noch von Außen vorgeschlagen werden, sehr zurückhaltend gegenüber.

Siehe auch den Blogbeitrag „Wirkfaktoren im Konflikt„.

11. August 2017
von milan
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Martha & Leon

Martha und Leon waren schon einige Jahre verheiratet und überlegten, ob sie auf Dauer zusammen bleiben und auch miteinander Kinder haben wollten. In den letzten Monaten stritten sie jedoch sehr viel und sie fragen sich, ob es nicht besser wäre, sich zu trennen.

Eines nachmittags saßen sie unter Carunas Baum und hören zu, wie die Kinder mit ihr sangen und alberne Verse fabrizierten. Es überkam beide ein Sehnsucht nach dieser unbeschwerten Kinderzeit, wo sie nicht so viel Last zu tragen hatten.

Caruna schien ihre düstere Stimmung zu spüren, die so gar nicht zu der Leichtigkeit der Kinder passte: „Was bedrückt euch?“ Weiterlesen →

12. Mai 2017
von milan
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Warum Nachgespräche sinnvoll sind – Ein Plädoyer für die 6. Phase

Viele MediatiorInnen und zum Teil auch Mediationsverbände oder Ausbildungsinstitute geben als Ziel einer Mediation eine konsensuell erstellte gemeinsame Abschlussvereinbarung an.
Übersetzt in das Phasenmodell ist das in der Regel die 5. Phase.

In meinen Mediationen und auch in unseren Ausbildungen gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir halten eine 6. Phase – Umsetzung und Evaluation – für wichtig.
Wenn wir auf vergleichbare Bereiche schauen, wo es ebenso um Veränderung, Lernen, Wachstum oder Heilung geht, z.B. im Projekt- oder im Change-Management, in Psychotherapie oder auch in der Medizin gehören diese Phasen dazu: Umsetzung – Evaluation – Integration.

Warum nicht auch in der Mediation?
In unseren Ausbildungen schauen wir uns oft ein interessantes Experiment an:

Wenn Konfliktparteien zu uns in die Mediation kommen und gerade wenn wir gut arbeiten, geschieht etwas sehr ähnliches, wie bei diesen unterschiedlich tickenden Metronomen: Die Parteien achten aufeinander und sie gleichen sich – in bestimmten Punkten – an. Im besten Fall heißt das, dass sie in der Phase 5 eine Vereinbarung schließen, wie sie sich in Zukunft miteinander verhalten wollen.

Der Effekt der Synchronisierung bei den Metronomen wird möglich, weil eine Kontextveränderung stattfinden. Ebenso wird auch die Verhaltensänderung der Parteien erheblich durch eine  Kontextveränderung ermöglicht, nämlich indem wir mit unserem Fachwissen über Prozesssteuerung einen Raum schaffen, in dem sie sich anders begegnen: mit Achtsamkeit und Respekt, mit dem Willen, sich zu erklären und zu  verstehen, mit Bereitschaft zum Konsens … .

Wie gesagt, wenn wir gut arbeiten, gibt es im besten Fall einen Konsens – der jedoch in einem ganz anderen Kontext umgesetzt werden muss, als in dem, in dem er entwickelt wurde. Es ist wie mit den Metronomen: Wenn sie von den Rollen, die die Synergieeffekte ermöglichen, herunter gesetzt werden, dominiert schnell wieder der Eigenrhythmus.

Ich denke, in dieser Hinsicht sind wir Menschen den Metronomen nicht unähnlich. Und wenn wir diese Hürde kennen, sollten wir die Konfliktparteien nicht darauf hinweisen und Maßnahmen anbieten, die die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Umsetzung erhöhen?!
EINE dieser Maßnahmen ist für mich das Angebot eines Nachgesprächs, in dem die Umsetzung reflektiert und potentielle Modifikationen besprochen werden können. Oder in dem wir gemeinsam die Erfolge würdigen und feiern und damit konsolidieren.